Kategorie: transformation

  • Wege aus der Totalerschöpfung

    Unser individuelles Burnout ist auch ein Spiegel des planetaren Burnouts. Aber Resignation ist keine Option.

    Ein Essay von Dr. Ute Scheub

    Die Kraniche fielen wie Steine vom Himmel. Ende Oktober 2025 war im Fernsehen zu sehen, wie an Vogelgrippe erkrankte Tiere sich noch mit letzter Kraft bemühten, im herbstlichen Vogelzug über Norddeutschland mitzuhalten.

    Sie hatten all ihre bewundernswerte Grazie verloren, sie taumelten, schlugen hilflos mit den Flügeln, dann fielen sie tot auf die Erde. Tausende starben an einer Krankheit, die durch Menschenhand extrem verstärkt wurde.

    Massentierhalter sperren Tausende oder gar Zehntausende Hühnervögel zusammen in enge Ställe, wo sich dann Erreger ungestört verbreiten können und die Tiere dahinraffen. Die Abluft solcher Stätten ist oft virenverseucht, und so stecken sich auch Wildvögel an, die das Virus um die halbe Welt verbreiten; immer öfter werden sogar Säugetiere und Menschen befallen. Laut dem erwähnten TV-Bericht wurden eine halbe Million Hühner gekeult, inzwischen dürften es noch weit mehr sein. Aber der Reporter erwähnte nur die ökonomischen Verluste der Hühnerhalter. Wie mitleidlos berichten die Medien, wie herzlos reagiert die Gesellschaft! Es gab keine sichtbare Trauer um eine der anmutigsten Vogelarten der Welt. Und keinerlei Mahnungen, endlich die Massenquälhaltung von Nutztieren zu beenden. So etwas nicht mitzuformulieren, gilt als „journalistisch professionell“. Nach dem Motto: Bloß kein Emo-Gequatsche!

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  • beyond climate change Klimafuturologie & Eurotopia

    Wie Europa in der Heißzeit zum Reallabor der Resilienz werden kann

    Die Heißzeit kommt – ob wir wollen oder nicht. Die Frage ist nicht mehr, ob wir die Erderwärmung komplett verhindern, sondern wie wir in einer heißeren, verletzlicheren Welt zivilisiert leben können. Genau hier setzt unser Signature Theme beyond climate change von beyond new an: Wir entwerfen ein Zukunftsbild Europas, das der Härte der kommenden Jahrzehnte ins Auge sieht – und trotzdem Räume für Würde, Freiheit und ein gutes Leben eröffnet.

    von beyond ne

    Worum es geht – und warum jetzt

    Wir leben in einer Epoche, in der sich die Referenzwerte unseres Lebens verschieben: Hitzesommer, die früher „Jahrhundertereignisse“ hießen, werden zur Normalität. Fluten, Dürren, Ernteausfälle, Migrationsbewegungen und geopolitische Spannungen greifen ineinander. Die Klimaerwärmung ist dabei nicht mehr nur eine Krise unter vielen, sondern die Leitkrise einer planetaren Polykrise: Sie verschärft fast alle anderen Konflikte – von Ressourcenknappheit über Sicherheitsfragen bis zu Demokratiekrisen.

    Gleichzeitig bleibt Europa eine der wenigen Weltregionen, in der demokratische Institutionen, wissenschaftliche Innovationskraft, Wohlstand und eine pluralistische Kultur noch zusammenkommen. Genau deshalb ist Europa prädestiniert für eine doppelte Rolle:

    • als Reallabor der Klimaanpassung, in dem wir ausprobieren, wie eine klimaresiliente Zivilisation funktionieren kann,
    • und als Schutzraum für Aufklärung, Menschenrechte und demokratische Kultur in einer härter werdenden Welt.

    beyond climate change fragt: Wie sieht ein Europa aus, das in der Heißzeit nicht nur überlebt, sondern ein neues Modell von Resilienz und Kooperation entwickelt?

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  • Trauma & Transformation: Die Fellow-Gruppe startet

    Warum wir erst heilen müssen, damit Wandel tragen kann – und wie wir das praktisch angehen.

    Manchmal fehlen in Debatten keine Argumente, sondern ein Boden, auf dem Argumente überhaupt wurzeln können. Genau dort setzt unsere neue Fellow-Gruppe beyond trauma an. Sie untersucht, wie individuelle und kollektive Verletzungen gesellschaftliche Veränderung bremsen – und wie sich Räume, Regeln und Rituale bauen lassen, die wieder Urteils-, Empathie- und Konfliktfähigkeit ermöglichen.

    von beyond new

    Worum es geht – und warum jetzt

    Wir leben in einer dichten Gegenwart: Krieg, Klimastress, Migration, digitale Beschleunigung, Ungleichheit. Diese Krisen schichten sich zur „Trauma-Matrix“: Verletzungen lagern sich in Körpern, Beziehungen, Debatten oder Institutionen ab – und erklären, warum Gesellschaften trotz Wissen und Technik immer wieder am gleichen Bremspunkt stehen.

    Unsere Grundannahme: Nicht Informationsmangel, sondern unverarbeitete Verletzung erzeugt einen Teil der kollektiven Handlungsunfähigkeit. Also braucht Transformation Räume, Rituale und Regeln, die Sicherheit, Gesehenwerden und Zugehörigkeit ermöglichen – bevor große Veränderungen greifen können.

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