Wir bearbeiten – unter dem Leitgedanken des Planetarismus – vier große Transformationsfelder gleichzeitig: in jedem Projekt und in jedem Format.
1. beyond climate change
Vom Reagieren zum Gestalten der Heißzeit.
Die Erderwärmung ist die Leitkrise unserer Gegenwart, sie lässt sich nicht mehr verhindern, nur noch verlangsamen – aber wir können noch entscheiden, wie wir unter ihren Bedingungen leben und uns daran anpassen. Beyond climate change baut das neue Feld der Klimafuturologie auf: eine Perspektive, die Klimawandel nicht nur physikalisch beschreibt, sondern gesellschaftlich lesbar macht. Wir entwickeln Zukunftsbilder, die zeigen, wie Städte, Regionen, Infrastrukturen und soziale Systeme unter Heißzeit-Bedingungen lebensfähig bleiben können. Wir arbeiten an Fragen wie: Wo entstehen künftig habitable Räume und wie sind sie klimaadaptiv gestaltbar? Wie organisieren wir Migration friedlich und gerecht? Wie gestalten wir Städte für Hitze, Wasserknappheit und Instabilität? Dieses Themenfeld schafft die Grundlagen einer neuen Kultur der Anpassung – nicht als Rückzug, sondern als bewusste Gestaltung von Lebensfähigkeit in einer sich rasant verändernden Welt.
2. beyond economy
Eine Wirtschaftsordnung, die innerhalb planetarer Grenzen stabil bleibt.
Unsere heutige Ökonomie basiert auf permanentem Wachstum – und kollidiert damit zwangsläufig mit einem endlichen Planeten. Beyond economy entwickelt die Grundlagen einer regenerativen Resilienzökonomie, die Stabilität nicht aus Expansion gewinnt, sondern aus Gemeinwohlorientierung, technologischer Souveränität und regenerativen Prinzipien. Ein zentraler Baustein ist dabei die Frage, wie Künstliche Intelligenz als öffentliche Infrastruktur funktionieren kann, statt bestehende Machtkonzentrationen zu verstärken. Wir verbinden ökonomische Modelle, KI-Strategien und europäische Zukunftspolitik, um zu klären: Wie sieht wirtschaftliche Handlungsfähigkeit ohne Wachstumszwang aus? Wie bleibt Europa als womöglich letzte verbleibende freiheitlich- liberale Region geoökonomisch souverän zwischen U.S.- amerikanischer Tech-Oligarchie und chinesischem Staatskapitalismus? Dieses Themenfeld arbeitet an der ökonomischen Übersetzung der neuen planetaren Realität – für eine Wirtschaft, die nicht zerstört, um zu funktionieren, sondern funktioniert, um zu erhalten.
3. beyond future literacy
Die nächste Generation zur Mitgestalterin der Zukunft machen.
Kinder und Jugendliche wachsen in eine Welt hinein, die sehr viel unberechenbarer und belastender sein wird als alles, was frühere Generationen erlebt haben. Beyond future literacy will dazu beitragen die Fähigkeiten zu entwickeln, die junge Menschen brauchen, um unter den sozial eskalierenden Bedingungen der Heißzeit kooperativ und handlungsfähig zu bleiben: Urteilskraft, Systemdenken, Kooperation und psychische Resilienz. Wir experimentieren mit Bildungsräumen, in denen junge Menschen nicht belehrt, sondern ermächtigt werden – z.B. in einer Kinder‑Uni für Zukunftsfragen, Sci‑Fi‑Labs und neuen didaktischen Ansätze von der Kita bis zur Universität. Dieses Themenfeld will einen Beitrag für die politische Kultur der Zukunft leisten: Menschen, die mit Unsicherheit umgehen können, Verantwortung übernehmen wollen und demokratische Handlungsfähigkeit auch unter Druck erhalten.
4. beyond trauma
Die seelischen Grundlagen gesellschaftlicher Stabilität verstehen.
Die Heißzeit und andere planetare Krisen und Herausforderungen treffen auf Gesellschaften, die bereits von Krisen, Beschleunigung und Ungleichheit erschöpft sind. Beyond trauma untersucht, wie individuelle und kollektive Traumata gesellschaftliche Kulturen, Konfliktmuster und politische Reaktionen über lange historische Zeiträume prägen – und warum Gesellschaften unter Stress sich retrotopisch polarisieren, abstumpfen, radikalisieren. Im Zentrum steht die Frage, wie Gesellschaften trotz dieser Belastungen handlungsfähig bleiben können: durch traumainformierte soziale Praktiken, die Stabilität fördern, durch Räume für Regeneration und durch eine politische Kultur, die Menschen nicht überfordert, sondern stärkt. Dieses Themenfeld will einen Beitrag zum Verständnis dafür leisten, welche (sozial-) psychischen Voraussetzungen eine Zukunft braucht, die nicht nur technisch und ökonomisch, sondern auch menschlich tragfähig wird.
Die Klimakrise ist die Leitkrise der Polykrise – doch sie ist untrennbar mit Ökonomie, Demokratie, Kultur, Geschlechterverhältnissen, Bildung, Mobilität und Technologie verflochten. Deshalb denken wir Klimaresilienz immer als Systemaufgabe: mit europäischer Anpassungskultur, gerechter Wertschöpfung jenseits der Fossillogik, demokratischer Erneuerung, Care- und Geschlechtergerechtigkeit, Future Literacy und einer humanen KI. Unser Rahmen ist der Planetarismus, unsere Methode Szenarien & Storytelling; Trauma-Arbeit schafft Veränderungsfähigkeit, Generationengerechtigkeit gibt die Richtung vor – bis hin zum Horizont „nach dem Anthropozän“.
